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Missklang um ''Wohlklang'' und ''Spass Eck''

06.05.2007

Mut gegen Rechte Gewalt

-Antifaschisten demonstrierten gegen Pankower Nazikneipen-
Mit einer Demonstration wiesen Antifaschisten in Berlin auf Kneipen im Stadtteil Pankow hin, die in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Ausgangspunkt von Nazi-Aktivitäten waren. Die betreibenden Wirte sehen dies zum Teil anders.
Im Gedenken an die Befreiung vom Hitlerfaschismus vor 62 Jahren demonstrierten am Samstagabend rund 400 Antifaschisten vom S-Bahnhof Wollankstraße ausgehend durch den Stadtteil Pankow. Die Demonstration war Teil der Antifaschistischen Aktionswochen "Liberation Weeks", die bereits am 13. April starteten. Der Protest der zumeist jugendlichen Antifas richtete sich auch gegen zwei Kneipen, die aktuell als Anlaufstelle und Rückzugsraum für organisierte Neonazis genutzt werden.
Erst vor vier Monaten wurde der für die Linkspartei Lichtenberg in der BVV sitzende Kirill Jermak an einer Straßenbahnhaltestelle in der Niederschönhausener Dietzgenstraße von drei Neonazis angegriffen. Auf dem Boden liegend konnte Jermak sich mit Pfefferspray zur Wehr setzen. Einige der Angreifer flüchteten sich nach der Attacke in die Kneipe “Spass Eck“. Seit mehreren Monaten schätzen Pankower Antifaschisten diese Kneipe als den neuen Treffpunkt der lokalen Neonaziszene ein.
Ebenfalls als Treffpunkt für organisierte Rechte gilt den Nazigegnern die Kneipe “Wohlklang” in der Pankower Wollankstraße. Im letzten Jahres kam es zu zwei Übergriffen, bei denen die rechtsextremen Angreifer aus dem Lokal stürmten. Nach Angaben der Antifa Pankow feierten im August 2006, in der Nacht vor dem Gedenkmarsch anlässlich des Todes von Hitlerstellvertreter Rudolf Hess, in Berlin-Prenzlauer Berg ungefähr 60 Neonazis im “Wohlklang”. Ein Teil der Rechtsextremen patroullierte an diesem Tag in der Umgebung, um ihren Revieranspruch zu verdeutlichen. Der Betreiber des Wohlklang wehrt sich gegen den pauschalen Vorwurf, er betreibe eine 'Nazikneipe'. Auf einem Transparent, welches am Samstag an der Außenfront der Kneipe befestigt war, verwies der Besitzer darauf, seine Kneipe sei kein Treffpunkt für Rechtsaußen, sondern “Multikulti”.
Am Rande der Demonstration störten immer wieder Kleingruppen organisierter Neonazis. Im Spass Eck sammelten sich schon im Vorfeld rund 15 Rechtsexteme, die von der Polizei in Schach gehalten wurden. Als die Demonstration an der Kneipe vorbeizog, wurden die Teilnehmer aus der Kneipe heraus abgefilmt. Mitglieder der Kameradschaftsszene filmten die protestierenden Antifaschisten aus einer fahrenden Straßenbahn heraus ab. Die Polizei konnte ein Zusammentreffen beider Gruppen verhindern. Insgesamt spricht die Einsatzleitung von einer störungsfreien Veranstaltung. Es wurden insgesamt nur drei Platzverweise erteilt.
Am 8. Mai veranstalten die Organisatoren der "Liberation Weeks" eine Kundgebung zum Gedenken an die Kapitulation Nazideutschlands am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park.


Quelle: Mut gegen rechte Gewalt, 06.05.2007
(http://archiv.mut-gegen-rechte-gewalt.de/artikel.php?id=13&kat=13&artikelid=3221)

 


 
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Dienstag, 11..November 2008:
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